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Übung macht nicht immer den Meister.

  • bolognanimethode
  • hace 7 horas
  • 1 min de lectura

Es gibt eine weit verbreitete Idee im Musikunterricht: mehr Üben führt immer zu besseren Ergebnissen.

Doch in der Realität ist das nicht immer der Fall.

Es gibt Schülerinnen und Schüler, die viel, konsequent und mit großer Motivation üben… und trotzdem entwickeln sich bestimmte Aspekte nicht wie erwartet. Die Hand wird angespannt, die Koordination blockiert sich, ein nervöses Lächeln erscheint oder die Zunge bewegt sich bei sehr präzisen Aufgaben.

Und dann stellt sich die falsche Frage: „Übst du genug?“

Oft hat die Antwort weniger mit der Menge des Übens zu tun, sondern mit etwas Grundsätzlicherem: der neuromotorischen Entwicklung.

Alle Menschen werden mit primitiven Reflexen geboren, unwillkürlichen Bewegungen, die in den ersten Lebensmonaten wichtige Funktionen erfüllen. Im Laufe des ersten Lebensjahres sollten sie sich integrieren und Platz machen für präzise, willentliche und stabile Bewegungen.

Doch dieser Prozess verläuft nicht immer vollständig.

Und wichtig ist: Man braucht keine Behinderung oder Lernstörung, damit diese Reflexe weiterhin vorhanden sind und komplexe Tätigkeiten wie das Spielen eines Instruments beeinflussen.

Wenn eine Aufgabe hohe Präzision erfordert – wie die Platzierung der Finger auf der Geige – können diese Muster unter Belastung wieder sichtbar werden.

Das ist kein Mangel an Aufmerksamkeit. Kein Mangel an Disziplin. Kein Mangel an Talent. Es ist der Körper, der sich so gut wie möglich an eine hohe Anforderung anpasst.

Dann verschiebt sich die Frage von „Wie viel übt dieser Schüler?“ hin zu „Was macht sein motorisches System beim Üben?“


Denn nicht immer macht mehr Übung den Meister.  Manchmal muss man zuerst den Körper verstehen, der übt.

Valeria Bolognani 3.7.26 Vienna, Austria.


 
 
 

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